
Das Staatsgut Pfrentschweiher liegt zwischen der Ortschaft Pfrentsch und der böhmischen Grenze. Der Betrieb hat eine lange Geschichte und wurde 1969 an das Staatsgut Almesbach angegliedert. Damals hatte der Betrieb noch Milchkühe und Schweinmast. Die meist großen Flächen wurden ackerbaulich genutzt, wenn auch mit mäßigem Erfolg. Der ehemalige Teichboden ist schwer zu bewirtschaften. Zudem bildet sich in der Senke ein Kaltluftsee, der das Wachstum der Ackerkulturen beschränkt. Der Betrieb wurde daher auf Jungviehaufzucht, Gehegewild- und Mutterkuhhaltung umgestellt, und die Ackerflächen zu Grünland umgewandelt.
Die Mutterkuhhaltung war in den ersten Jahren aus verschiedenen Rassen zusammengesetzt. Im Jahr 2003 wurde aus dem Staatsgut Achselschwang eine züchterisch sehr wertvolle Herde genetisch hornloser Fleckviehkühe übernommen. Im Jahr 2012 kamen weitere Tiere vom Staatsgut Neuhof dazu, als dort die damalige Eliteherde aufgelöst wurde. Der Bestand wurde damit auf 35 Muttertiere erweitert und man konzentrierte sich nun auf die Fleckviehzucht mit der Nutzungsrichtung Fleisch.
Die Haltung erfolgt in Freilaufställen, im wesentlichen Altgebäude, die kostengünstig umgebaut und modernisiert wurden. Der Bestand ist in zwei Herden aufgeteilt. Damit ist ein modernes Zuchtmanagement möglich:
Die Muttertiere kalben zwischen Januar und März. Ab Mitte März gehen die Tiere mit ihren Kälbern auf die Weide. Mitte April kommen die Zuchtbullen in die Herden und bleiben dort bis Mitte Juli. Im Juli werden dann auch die Herden neu sortiert nach dem Geschlecht der Kälber. So kann sichergestellt werden, dass keine weiblichen Tiere zu gedeckt werden und es zu Schwergeburten kommt, weil die Tiere noch nicht ausreichend körperlich entwickelt sind. Ende Oktober werden die Kälber abgesetzt und weiter gefüttert, wenn ausreichend Futter vorhanden ist. Die hochwertigen Zuchttiere werden zur Bestandergänzung genutzt oder als Zuchttiere verkauft. Tiere, die nicht zur Zucht geeignet sind, werden ausgemästet und in der Region verkauft. Futterbasis ist Gras, Grassilage und etwas Getreide.
Die Herde wird im Herdbuch des Fleischrinderverbandes Bayern e.V. geführt und vom Institut für Tierzucht züchterisch betreut. Im Jahr 2016 ging der in Pfrentschweiher gezüchtete Jungbulle Hennessy PP* (reinerbig hornlos) in den Besamungseinsatz. 2025 konnte der Bulle Vinessio (Vater Vitalis) aufgrund seiner guten Zuchtwerte in den Besamungseinsatz gehen.

Neben der Fleischproduktion dient die Herde auch der Landschaftspflege; die Tiere halten die Renaturierungsflächen (FFH-Gebiet) der Pfreimd frei und verwerten den Aufwuchs von extensiv bewirtschafteten Ausgleichsflächen als Heu oder Einstreu. Durch das extensive Weidemanagement finden sich zahlreiche Arten von Pflanzen und Tieren auf den Flächen.

Zusammen mit dem AELF Regensburg Schwandorf werden Bildungsmaßnahmen rund um die Weidehaltung von Rindern angeboten. Neben BILA-Kursen erfreut sich der Lehrgang „Weideschuss Rind“ großer Beliebtheit, da viele Halter ihren Tieren den stressigen Weg zur Schlachtstätte ersparen wollen.
Veranstalter/Kontakt
Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Regensburg-Schwandorf
Hermann Bolz
09433 / 896-2416
hermann.bolz@aelf-rs.bayern.de