Versuchsstation Karolinenfeld
Vom Kälberstall zum Moorpavillon – Neue Ausstellung in Karolinenfeld
von Sebastian Lechler

Moorpavillon mit Präsentationsbannern

An der Versuchsstation Karolinenfeld entsteht ein besonderer Ort: Ein ehemaliger Kälberstall wird zu einem modernen Ausstellungsraum umgebaut. Dort können Besucherinnen und Besucher künftig die faszinierende Welt der Moore entdecken – und erfahren, warum sie für unser Klima so wichtig sind.

Aus alt wird neu

Betriebsleiter Walz mit Architekten Herrn Pflugfelder und Frau Maier-Hartmann stehen im Stall

Betriebsleiter Andreas Walz mit Architekten Herrn Pflugfelder und Frau Maier-Hartmann

Stallung von innen mit dreckigem Boden und Stallboden

Statt ein neues Gebäude zu errichten, wird im Sinne eines ressourcenschonenden Bauens auf die vorhandene Gebäudestruktur zurückgegriffen. Ein ehemalige Kälberstall wird zu einem funktionalen und ansprechenden Pavillon umgestaltet, der zum Verweilen und Lernen einlädt.

Eine Ausstellung, die begeistert

Kernstück des neuen Pavillons ist die Ausstellung „Faszination Moor“. Interaktive Stationen und anschauliche Inhalte machen verständlich, welche Rolle Moore für Natur, Wasserhaushalt und Klimaschutz spielen.

Forschung zum Anfassen

Die Versuchsstation Karolinenfeld ist nicht nur ein Ausstellungsort, sondern auch ein wichtiger Forschungsstandort. Hier wird daran gearbeitet, wie Moorböden künftig so genutzt werden können, dass sie das Klima schützen – und gleichzeitig landwirtschaftlich nutzbar bleiben.

Das ist gar nicht so einfach: Moore müssen dafür nass bleiben. Genau das stellt die Landwirtschaft vor neue Herausforderungen. Neue Maschinen, neue Pflanzen und neue Bewirtschaftungsformen sind gefragt.

In Karolinenfeld wird deshalb auf großer Fläche getestet, wie das funktionieren kann. Ein besonderer Ansatz ist das gezielte Wassermanagement: Überschüssiges Wasser, etwa nach starken Regenfällen, wird in die Flächen geleitet, um sie feucht zu halten.

Außerdem werden sogenannte „Paludikulturen“ erprobt – also Pflanzen, die gut auf nassen Böden wachsen, zum Beispiel bestimmte Gräser oder Seggen. Diese können später etwa als Rohstoff in der Bauwirtschaft genutzt werden.

Ein Standort im Wandel

Die Versuchsstation Karolinenfeld umfasst rund 160 Hektar Fläche. Früher wurde hier intensiv Landwirtschaft betrieben – mit hohen Erträgen, aber auch mit negativen Folgen für das Klima. Denn trockengelegte Moore setzen große Mengen an Treibhausgasen frei.

Seit 2019 findet deshalb ein Umdenken statt: Die Flächen werden wieder vernässt, also gezielt mit Wasser versorgt. Gleichzeitig wurde der Betrieb auf ökologische Landwirtschaft umgestellt.

Heute entwickelt sich die Versuchsstation Karolinenfeld zu einem Modellstandort für moorschonende Landwirtschaft, der zeigt, wie eine nachhaltige Nutzung von Moorböden in Zukunft aussehen kann.