Fachlicher Austausch der technisch Verantwortlichen im Versuchswesen 2026

Das Versuchszentrum Südwestbayern und das Staatsgut Freising organisierten gemeinsam die Besprechung der technisch Verantwortlichen im Versuchswesen (TVA) 2026.

Am ersten Veranstaltungstag standen interessante Exkursionen auf dem Programm. Ein Ziel war die Champignon GmbH in Pöttmes. Betriebsleiter Herr Schmaus führte die Teilnehmenden durch das Substratwerk, in dem aus Pferdemist, Stroh und Gips der Nährboden für die Champignons hergestellt wird. Dabei wurde deutlich, wie wichtig eine präzise Temperaturführung während der Rotte der Ausgangsstoffe für den Produktionsprozess ist. Außerdem erhielten die Teilnehmenden Einblicke in das Beimpfen des Substrats mit Pilzbrut. Geerntet wird an 365 Tagen im Jahr, die wöchentliche Produktionsmenge beträgt rund 50 Tonnen.

Anschließend wurde die Ölmühle Hartmann in Biburg besichtigt. Für Betriebsleiter Herrn Hartmann ist die Qualität der Ausgangsstoffe die entscheidende Voraussetzung für ein hochwertiges Öl. Deshalb setzt das Unternehmen auf eine lückenlose Kontrolle aller Produktionsschritte – von der Sortenwahl und dem geeigneten Standort über eine schonende Ernte bis hin zur sorgfältigen Pressung. Dieses Qualitätskonzept lässt sich nach seiner Überzeugung nur mit einer durchgängig regionalen Erzeugung umsetzen.

Betriebsleiter Hartmann stellt einem Mann die Ölmühle Hartmann vor

Betriebsleiter Hartmann stellt Ölmühle Hartmann vor

Am zweiten Tag standen Fachvorträge im Mittelpunkt. Herr Stefan Kimmelmann (Field Crops Unit der TUM) gab einen Einblick in das Versuchswesen der TUM. Dabei zeigte sich, dass die technischen Abläufe durchaus mit denen der Versuchszentren vergleichbar sind. Gleichzeitig wurde deutlich, dass die Versuche an der TUM naturgemäß stärker grundlagenorientiert sind. Zudem stellte Herr Kimmelmann die Herausforderung dar, dass die Versuchsanstellungen stark projektorientiert sind und sich die Fragestellungen daher häufiger ändern als im Versuchswesen der Versuchszentren und Versuchsstationen.

ein Mann steht vor einem vollem Regal und erklärt an einer Beamerleinwand etwas

Stefan Kimmelmann stellt das pflanzenbauliche Versuchswesen der TUM vor

Herr Andreas Henfling, Projektmitarbeiter der BaySG, berichtete über seine Erfahrungen beim Einsatz von Drohnen. Er zeigte sich begeistert von der hohen räumlichen Auflösung der Aufnahmen, aus der sich vielfältige Anwendungsmöglichkeiten für das Versuchswesen ergeben. So kann beispielsweise das Vereinzeln der Maiversuche erleichtert werden, wenn mithilfe von Drohnenaufnahmen die Pflanzenzahl in jeder Reihe bereits im Vorfeld erfasst wird.

ein mann steht in einer Werkstatt und erklärt an einer Beamerleinwand etwas

Andreas Henfling präsentiert Einsatzmöglichkeiten von Drohnen im Versuchswesen

Ein weiterer Tagesordnungspunkt war die Verabschiedung von Herrn Wolfgang Miederer, Leiter des VZ L3.1 am AELF Würzburg-Kitzingen. Nach seinem Studium an der FH Weihenstephan-Triesdorf war Herr Miederer an den ÄELF Lauingen, Uffenheim und Ansbach tätig, bevor er 2010 am AELF Ansbach in das Versuchswesen wechselte. Herr Sticksel übermittelte die Grüße des Geschäftsführers, Herrn Dippold, und bedankte sich im Namen aller Anwesenden für seinen langjährigen Einsatz für das Versuchswesen. Die Teilnehmenden wünschten Herrn Miederer für seinen Ruhestand alles Gute, vor allem Gesundheit, und einen erfüllten neuen Lebensabschnitt.

ein Mann steht in einer Werkstatt mit einem Zettel in beiden Händen

Wolfgang Miederer vom VZ NW verabschiedet sich von seinen Kollegen