Von Montag, 27.04. bis Mittwoch, 29.04.26 fand an den Landwirtschaftlichen Lehranstalten Triesdorf ein Testlauf für den überarbeiteten Bundeswettbewerb Melken statt.
Das Update des Wettbewerbes war dringend notwendig geworden, um der Veranstaltung wieder ein modernes, praxisnahes Design zu geben und damit mehr Beachtung und Wertschätzung auf Bundesebene zukommen zu lassen.

Zusätzlich zur Melkarbeit im Melkstand, die das Herzstück des Wettbewerbes bleibt, wurde die neue Wettbewerbsdisziplin AMS eingeführt. Diese beinhaltet die Prüfung und Durchführung von erforderlichen täglichen Wartungsarbeiten am Melkroboter inkl. des Austausches milchführender Gummiteile an einem Melkzeug. Ebenfalls neu ist die Disziplin Bewertung von Tierwohlkriterien an einer Kuh anhand ausgewählter KTBL-Tierschutzindikatoren. Ergänzend hinzu kommt die Bewertung der Eutergesundheit der Herde mittels wichtiger Kennzahlen zum Eutergesundheitsmonitoring. Ein Fallbeispiel einer AMS-Auswertung rundete die Betrachtung zur Tiergesundheit ab. Die Disziplin Milchzelltest wurde um die Entnahme von Viertelgemelksproben für eine bakteriologische Untersuchung erweitert. Nicht zu vergessen ist die theoretische Prüfung, die elementare Fragen zu allen Themen rund ums Rind enthält. Eine insgesamt sehr stimmige Abbildung von Themen und Aufgaben, die für jeden Milchviehhalter den täglichen Arbeitsablauf ausmachen und deshalb bereits schwerpunktmäßig in der Überbetrieblichen Ausbildung auf dem Weg zur Abschlussprüfung behandelt werden müssen.

Für die „Generalprobe“ hatten sich 9 junge Damen und Herren aus der gesamten Bundesrepublik eingefunden. Aus organisatorischen Gründen waren leider keine Teilnehmer/innen aus Brandenburg, Thüringen und Schleswig-Holstein dabei. Preisrichter aus fast allen Bundesländern wachten an den jeweiligen Stationen über einen korrekten Ablauf des Wettbewerbes sowie auf eine exakte Einhaltung der Wettbewerbsregularien. Sie prüften die manchmal sichtlich etwas aufgeregten Kandidaten/innen auf Herz und Nieren. Preisrichter für das Land Bayern war der Koordinator für Rinderhaltung bei BaySG Wolfgang Müller, der sich seit vielen Jahren in der DLG-Fachkommission Bundeswettbewerb Melken engagiert. Wolfgang Müller war auch maßgeblich an der praktischen Ausgestaltung der Disziplin Tierwohlkriterien beteiligt. Die Landwirtschaftlichen Lehranstalten Triesdorf präsentierten sich in den Tagen des Testlaufs in Höchstform. Es fehlte einfach an nichts! Am Abschlussabend erhielten die Teilnehmer/innen für ihr engagiertes Mittun eine Urkunde, unterzeichnet vom Bundesminister für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat Alois Rainer. Der Testlauf für den überarbeiteten Bundeswettbewerb Melken zeigte allen Beteiligten eindrucksvoll, dass, außer ein paar Kleinigkeiten das Feintuning betreffend, einer Neuauflage des Bundesmelkwettbewerbes im Jahre 2028 am Landwirtschaftlichen Zentrum Baden-Württemberg in Aulendorf nichts mehr im Wege steht.